Die virtuelle Realität erobert die Immobilienbranche

Virtual Reality und Augmented Reality werden unser aller Leben verändern – auch die Immobilienwirtschaft. Vor allem in den Bereichen Projektplanung und Vermarktung können sie Zeit und Geld sparen. Und Kunden vollkommen neue Perspektiven eröffnen.

Manche Wörter sind jedem ein Begriff, doch was genau dahintersteckt, bleibt erst einmal im Dunklen. Das fängt mit KI (künstliche Intelligenz) an und hört mit BIM (Building Information Modeling) nicht auf. Irgendwo in diesem Spektrum sind auch Begriffe wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) einzuordnen. Häufig werden die Abkürzungen sogar synonym füreinander benutzt, um die neue digitale Welt zu beschreiben. Dabei gibt ^es durchaus Unterschiede. Aber, was genau verbirgt sich dahinter? Und welche Potenziale hat das Ganze auf die Immobilienwirtschaft?

VR lässt uns mit unseren Sinnen in eine virtuelle Welt eintauchen. In der dreidimensionalen Umgebung werden Räume oder Produkte animiert dargestellt. Zwar wird diese virtuelle Realität meist mit Computerspielen und generell mit Unterhaltung in Verbindung gebracht, doch es ergeben sich auch für die Immobilienwirtschaft produktive Einsatzmöglichkeiten: Vor allem die Baubranche entdeckt bereits die Möglichkeiten von VR.

Auf einer virtuellen Baustelle etwa benötigt niemand mehr papierne Pläne und Zeichnungen, um Architektur und Techniken zu erklären. Vielmehr können Objekte und Materialien virtuell in alle Richtungen verschoben, vergrößert oder verkleinert werden – und es bedarf weder der Fantasie noch des räumlichen Denkens, um sich vorzustellen, wie die Raumaufteilung innerhalb eines Gebäudes aussehen wird. Eine enorme Arbeitserleichterung bei der Planung, die sich auch finanziell positiv auswirkt, weil viele Zwischenschritte rationalisiert werden können.

Erleichterungen für Makler und Property Manager

Auch für Immobilienmakler kann die Nutzung von VR-Technologie zeit- und kostensparend eingesetzt werden: Statt von Wohnung zu Wohnung zu hasten und Interessenten vor Ort die Vorteile einer Immobilie und Ausstattung erklären zu müssen, können Besichtigungen jederzeit von jedem Ort aus via VR erfolgen. Käufer, deren Immobilien noch in der Entwicklung sind, profitieren ebenfalls, weil VR nicht nur ein Erlebnis, sondern auch eine Entscheidungshilfe bietet. Noch vor der Grundsteinlegung geht es mithilfe einer Virtual-Reality-Brille und einem speziellen Programm in hochaufgelöst visualisierte 360-Grad-Modelle des künftigen Traumhauses. Und dieses kann der Makler auch auf Fachmessen oder im Musterhaus präsentieren.

Ähnliches gilt für Gewerbeimmobilien. Vor allem bei internationalen Transaktionen kann mit Hilfe von VR eine Vorauswahl getroffen werden, ohne dass ein Property Manager die Immobilien dafür vor Ort in Augenschein nehmen muss. Virtuelle Rundgänge ermöglichen es, zukünftige Flächen beispielsweise auf ihre Flexibilität hin zu prüfen. Auch Flächenzuschnitt und Ausstattung können über spezielle Funktionsmenüs für Farben, Materialien oder ganze Raumkonfigurationen beliebig ausgetauscht und getestet werden.

Fachleute bescheinigen Augmented Reality großes Potenzial

Bleibt die Frage: Was ist in Abgrenzung dazu Augmented Reality (AR)? Kurz und knapp: Es ist die Ergänzung der realen Welt um digital aufbereitete Informationen und umfasst alle Technologien, die es ermöglichen, die Realität mit Bildern oder Daten anzureichern. Diese Art der Anwendung ist bis dato noch eher im Bereich „Spiel und Spaß“ anzusiedeln. Doch Fachleute sind sicher, dass die technologischen Möglichkeiten, die stetig weiterentwickelt werden, den Arbeitsalltag mittelfristig deutlich erleichtern werden. Wer sich über eine Immobilie informieren will, kann das in manchen Fällen bereits tun, indem er sich vor Ort Preis sowie weitere Kennzahlen auf mobilen Endgeräten einblenden lässt.

Auch im Bereich der Immobilienplanung bieten sich Chancen für den Einsatz von AR. Bauprojekte können in ein Stadtbild projiziert werden. Eine 3D-Darstellung des neuen Bürohauses kann auf dem Schreibtisch erscheinen und sogar schon Innenansicht des Gebäudes sowie Nachbarschaft darstellen. Für all das gibt es bereits Anwendungen. Und man braucht dafür nicht mehr als etwa einen PC-Bildschirm, ein Smartphone oder eine VR-Brille.