Die wichtigsten Nachhaltigkeitslabels im Immobiliensektor

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Nicht erst seitdem die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg die „Fridays for Future“-Demonstrationen ins Leben gerufen hat beschäftigt sich auch die Immobilienbranche mit den Herausforderungen bezüglich der Thematiken Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG).

Diese vermeintlich weichen Faktoren spielen mittlerweile in der Finanzwelt eine zentrale Rolle. Doch Investoren sind stets skeptisch, sind die Image- und Marketing-Vorteile „grüner“ Immobilien doch offensichtlich. Sie wollen einen Nachweis, dass ihre Immobilien tatsächlich nachhaltig sind. Deshalb gibt es eine Fülle an unterschiedlichen Zertifizierungen, damit belegt ist, dass ein Gebäude tatsächlich zentrale ESG-Kriterien erfüllt.

Wir haben einige der wichtigsten Zertifikate zusammengestellt, sortiert nach der Bedeutung für den deutschen Markt:

  1. Das Nachhaltigkeitssiegel der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) dominiert den deutschen Markt. Das Bewertungssystem der DGNB ist umfassend und bezieht über rein ökologische Kriterien hinaus noch weitere Faktoren ein. Das Siegel soll den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie bewerten. Möglich sind die Güteklassen Platin, Gold, Silber und Bronze. Das DGNB-System wird auch international für die Zertifizierung von Gebäuden genutzt – beispielsweise in Spanien.

  2. Das Zertifizierungssystem LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) wurde um die Jahrtausendwende in den USA eingeführt und ist auf alle Arten von Bestands- und Neubauten anwendbar. Das Label fokussiert sich vor allem auf Themen wie Energie und Ressourcen. Bei LEED gibt es ebenfalls vier Abstufungen: „Platinum“, „Gold“, „Silver“ und „Certified“. Am weitesten verbreitet ist das Zertifikat im Heimatmarkt USA sowie in Kanada, aber auch in Deutschland werden Gebäude nach dem Standard zertifiziert.

  3. Das Label BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) wurde 1990 in Großbritannien entwickelt und ist das älteste und am weitesten verbreitete Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen. Basis ist ein einfaches Punktesystem und ein Gütesiegel mit vier Abstufungen.

  4. Das französische Zertifikat HQE (Haute Qualité Environmentale) wird seit 2005 angeboten, wurde aber zunächst nur als Standard für bestehende sowie neue Büro- und Schulgebäude eingeführt. Mittlerweile ist es auch auf Einfamilienhäusern und größeren Wohnbauten anwendbar. Abstufungen sind hier „Très Performant“, „Performant“ und „Base“. Die HQE-Zertifizierung erfolgt vor allem in Frankreich, mittlerweile ist das Label aber weltweit präsent – unter anderem in Deutschland, Polen, Kolumbien, Brasilien, Qatar und Vietnam.