Nachhaltigkeit spielt bei Immobilieninvestments eine immer größere Rolle

Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben sowohl für Immobilieninvestoren als auch für Fondsdienstleister eine große Bedeutung. Ein Grund dafür sind die regulatorischen Anforderungen, die künftig noch weiter zunehmen werden. Denn beim Erreichen der Klimaziele spielt die Immobilienbranche eine Schlüsselrolle. Schließlich will die EU bis 2050 klimaneutral sein; Deutschland visiert die CO2-Neutralität bereits bis 2045 an. Mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen und 40 Prozent des Energieverbrauchs in der EU entfallen auf Gebäude. Die Immobilienbranche muss sich also bewegen: Eine Herausforderung, aber auch eine Chance, um innovative Prozesse und klimafreundliche Technologien zu etablieren.

Gesamter Lebenszyklus einer Immobilie ist relevant
Was momentan noch unterschätzt wird, ist das große Potenzial für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung im gesamten Lebenszyklus einer Immobilie. In der Vergangenheit lag das Augenmerk auf dem Energieverbrauch im Betrieb eines Gebäudes. Dieser ist allerdings nur für die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich, die andere Hälfte fällt entlang anderer Stufen des Lebenszyklus an. Deshalb sollten auch die Lieferketten bei der Errichtung von Immobilien hinsichtlich der CO2-Emissionen hinterfragt werden. Auch kann vieles durch die Reduzierung von klimaschädlichen Baustoffen und die Wiederverwendung von Materialien erreicht werden. Das von Real I.S. im März 2021 erworbene Logistikzentrum bei Den Haag in den Niederlanden zum Beispiel wurde nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip errichtet, also nach den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft. Das heißt, die Komponenten des Gebäudes können am Ende seiner Nutzungsdauer demontiert und alle Baumaterialien können in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Herausforderung liegt in der Datenverfügbarkeit
Zweifellos hat die EU mit der Taxonomie- und der Offenlegungsverordnung einen wichtigen Schritt unternommen, Kapitalanlagen in eine nachhaltige Richtung zu lenken und mehr Transparenz darüber zu schaffen, was ökologisch nachhaltig ist. Allerdings gibt es noch viele offene Fragen bezüglich der Auslegung der Verordnungen und der praktischen Umsetzung. Es fehlen insbesondere einheitliche länderübergreifende Datenstandards. Die Branche steht vor der Herausforderung, an die für nachhaltige Immobilieninvestments relevanten Daten zu gelangen, z.B. die Energie- und Wasserverbräuche der Immobilien. Die Entwicklung ist daher noch nicht abgeschlossen und es ist die Zusammenarbeit von Politik, Regulierern, Wissenschaft und Wirtschaft auf europäischer Ebene notwendig, um einheitliche Standards zu schaffen. Diese sind wichtig, um einschätzen zu können, auf welchem Nachhaltigkeitsniveau sich die jeweilige Immobilie oder ein Portfolio befindet – und das optimalerweise anhand aller ESG-Kriterien in ihren Ausprägungen mit ökologischen und sozialen Aspekten sowie Aspekten der Unternehmensführung.

Eine Chance, einen einheitlichen Branchenstandard in Europa zu etablieren, der ganzheitlich die Nachhaltigkeitsperformance von Immobilien und Portfolios misst, stellt die Initiative „ESG Circle of Real Estate“ (ECORE) dar. Ein Scoring-Standard befindet sich gerade in der finalen Entwicklungsphase. Auch wir, die Real I.S., unterstützen diese Initiative und wirken aktiv an der Entwicklung mit.

Wie ist der Stand bei Real I.S.?
Wir stellen uns unserer Verantwortung und haben Nachhaltigkeit als wichtigsten Teil unseres Leitbilds verankert. Bereits seit 2005 sind alle Immobilien in unserem Australienportfolio hochrangig zertifiziert und wir zählen zu den ersten Anwendern von Zertifizierungen bei Bestandsgebäuden in Deutschland und den Niederlanden.

Im Rahmen unserer ESG-Strategie haben wir uns klare Klimaziele gesetzt: Klimaneutralität wollen wir als Unternehmen bis 2030 und für das gesamte Immobilienportfolio bis 2050 erreichen. Bereits bis 2023 soll das Immobilienportfolio im Bereich Allgemeinstrom klimaneutral aufgestellt sein. Dabei setzen wir zur CO2-Reduktion unter anderem auf innovative Technologien wie künstliche Intelligenz.

Um die Umsetzung dieser Ziele zu forcieren, haben wir die neue Position eines Nachhaltigkeitsbeauftragten geschaffen. Seit Juni 2021 ist mit Giulia Peretti eine ausgewiesene Expertin in den Bereichen Nachhaltiges Bauen und Zertifizierung mit langjähriger Erfahrung für uns tätig. Sie kümmert sich darum, ESG-Themen im gesamten Unternehmen zu koordinieren, damit wir flexibel und frühzeitig auf geänderte Anforderungen reagieren und sämtliche Prozesse an unsere ESG-Ziele anpassen können. Dabei setzen wir auf eine nachhaltige Entwicklung sowohl auf Unternehmens- als auch Produktebene. Bereits jetzt bietet Real I.S. ihren Anlegern drei nachhaltige Fonds nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung an. Bis Jahresende 2021 sollen die zehn Bestandsfonds ebenfalls den Artikel-8-Anforderungen entsprechen.

Die Umsetzung unserer ESG-Strategie ist für uns und auch für unsere Anleger und Mieter von enormer Wichtigkeit. Wir setzen uns gleichzeitig dafür ein, das Prinzip der Nachhaltigkeit in der gesamten Immobilienbranche auf eine gemeinsame Basis zu stellen.