‚Quality over Quantity‘ für die Handwerkersuche

Gemeinsam mit der EBS University wird einmal jährlich der Innovation Award by Real I.S. für bahnbrechende Start-up-Ideen verliehen. Der Wettbewerb richtet sich an EBS-Studierende, die mit frischen Gedanken die Immobilienbranche umkrempeln wollen. Ein Interview mit den Gewinnern in der Kategorie „Best Start-up NOW“, Anita Dietmair (CEO) und Maximilian Togni (CCO) über ihre Idee BuildBro.

Real I.S. Inside: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Konzept wie BuildBro zu entwickeln?

Wir haben überlegt, welche grundlegende Probleme in der Bauindustrie bestehen und wie man diese am leichtesten innovativ bewältigen kann. Dabei kam das Problem des Zeitmanagements sowohl auf Seiten der Handwerker als auch der Auftraggeber immer wieder auf. Deshalb wollten wir ein Tool entwickeln, das dieses Problem und einige andere löst.

Was unterscheidet BuildBro von bereits existierenden Online-Plattformen wie myhammer?

BuildBro setzt gezielt auf ‚Quality over Quantity‘. Wir konzentrieren uns auf kleinere Renovierungs- und Gestaltungsarbeiten und vernetzen den Kunden mit dem passenden Handwerker. Dies ermöglicht es uns, die Handwerker zu verifizieren und Qualität zu versichern. BuildBro spezialisiert sich zudem darauf, dass Handwerker und kleinere Unternehmen keine Zeitmanagementprobleme bekommen. Die App synchronisiert sich mit den Kalendern auf iOS und Android, und Aufträge werden direkt übermittelt. Freie Termine werden automatisch auf das BuildBro-Profil übertragen. Somit können Kunden mit engen Zeitfenstern leicht den passenden Handwerker finden.

In Ihrem Projektkonzept gehen Sie auch darauf ein, dass bisherige digitale Vermittlungsangebote zum Teil an ihrer Reichweite scheitern. Wie wollen Sie das bei BuildBro verbessern?

Allgemein ist es für Unternehmen und Organisationen wichtig, eine genaue Zielgruppenanalyse durchzuführen, um die richtigen Leute anzusprechen. In der Bauindustrie wird Social Media leider noch nicht so stark genutzt wie in vielen anderen Sektoren. Wir denken, dass dies ein Generationsproblem ist, und sich in den kommenden Jahren drastisch verbessern wird. Aus der BuildBro-Perspektive werden wir Social Media hauptsächlich nutzen, um Kunden und Bauunternehmer anzusprechen. Um die Handwerker zu targeten, sind andere Marketing-Tools effizienter.

Welche Chancen sehen Sie, dass Angebote wie BuildBro tatsächlich zu einer All-In-One-Lösung werden – etwa indem Handwerker auch Rechnungen darüber stellen oder Kunden in der App sehen können, ob Handwerker ein Ersatzteil auf Lager haben und daher schneller wären als ihre Kollegen?

Wir sehen enorme Chancen, dass BuildBro sich zu einer innovativen Lösung für alle diese Probleme entwickeln kann. So ein Tool existiert noch nicht, und es wird höchste Zeit diese Probleme zu lösen und diese Nische zu digitalisieren.

Wie haben Sie den Impuls empfunden, den der Innovation Award Ihrem Team gegeben hat? Haben Sie Erkenntnisse gewonnen, die Sie im ‚normalen‘ Studium nicht gemacht hätten?

Wir haben uns sehr geehrt gefühlt diesen Preis entgegen zu nehmen und möchten uns an diesem Punkt nochmals herzlich für die Auszeichnung bedanken. Der Innovation Award hat uns bestätigt, dass BuildBro das Potential hat, von dem wir ausgegangen sind. Obwohl dies ein Universitätsprojekt war, haben wir eine Idee entwickelt und vor erfahrenen Businessmenschen aus der Branche pitchen dürfen. Diese Erfahrung war neu und sehr aufregend für uns und das Interesse hat uns motiviert, weiter an der Idee zu arbeiten.

Das heißt Sie werden versuchen BuildBro vom Konzept zu einem realen Angebot zu entwickeln?

Wir sehen Probleme, für die eine Lösung gefunden werden muss. Wir sind der Meinung, dass BuildBro diese Probleme lösen kann und sind definitiv interessiert daran, die Idee weiter auszubauen und zu perfektionieren.