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„Unser Blick auf 2026: Das Marktumfeld bleibt anspruchsvoll, eröffnet jedoch klare Investmentchancen. Das größte Risiko ist der Stillstand.“

Dr. Christine Bernhofer

Vorsitzende des Vorstands der Real I.S. AG

Fundamentaldaten und aktives Asset Management sind zentrale Werttreiber

Der europäische Immobilien-Investmentmarkt zeigt zum Jahresbeginn 2026 erste Anzeichen einer Stabilisierung. Von einer schnellen Erholung kann jedoch keine Rede sein. Der Markt differenziert sich weiter aus und bleibt herausfordernd. Geopolitische Spannungen sowie makroökonomische Unsicherheiten prägen die Rahmenbedingungen und beeinflussen Investitions- und Nutzerentscheidungen.

Kapital ist grundsätzlich vorhanden, wird jedoch deutlich selektiver eingesetzt. Dabei entscheiden Investoren nicht gegen die Assetklasse Immobilien an sich, sie entscheiden gegen fehlende Planbarkeit. In diesem Marktumfeld gewinnen Fundamentaldaten und die operative Expertise wieder massiv an Bedeutung.

Gutes und solides Immobilienhandwerk als Erfolgsfaktor

In anspruchsvollen Marktphasen entscheidet die Arbeit mit der Immobilie. Bestände müssen gezielt ertüchtigt, die Vermietung aktiv gesteuert und Nutzerbedarfe konsequent verstanden werden. Wichtig ist es, ein Gespür für veränderte Anforderungen zu entwickeln und dieses in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.

Aktives kaufmännisches und technisches Asset Management bleibt dabei der zentrale Treiber stabiler Erträge und Wertentwicklungen. Es geht nicht um Verwaltung, sondern um Wirkung: geringe Leerstände, tragfähige Mietvertragsstrukturen, planbare Cashflows – und eine Substanz, die auch in einem schwierigen Marktumfeld überzeugt.

Am Ende zählt nicht, wie viel Fläche ein Objekt hat, sondern dessen nachhaltige Ertragskraft. Mieteinnahmen, Bewirtschaftungskosten, Capex und Finanzierung müssen ganzheitlich betrachtet und gesteuert werden. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Quadratmeter, sondern die Resilienz des Cashflows. Und auch ESG ist in diesem Kontext längst kein Randthema mehr, sondern ein wesentlicher Stabilitätsfaktor. Dass dieser Ansatz trägt, belegt unsere hohe Vermietungsquote von insgesamt rund 95 Prozent.

Vom Objekt zum Portfolio: Asset Management als Steuerungseinheit

Gleichzeitig ist nicht jedes gut gemanagte Objekt automatisch ein gutes Fondsinvestment. Wir verstehen Asset Management nicht die bloße operative Betreuung einzelner Immobilien. Es ist vielmehr die Übersetzungseinheit zwischen Fondsstrategie, Kapitalmarkt und Objekt – und damit ein zentraler Hebel für Performance und Risikosteuerung.

Im Fokus stehen Fragen, die weit über den baulichen Zustand eines Gebäudes hinausgehen: Welche Haltedauerlogik passt zur Fondsstrategie? Welche Risiko- und Renditeprofile sind realistisch und marktgerecht? Und welche Erwartungen haben Investoren in einem volatilen Umfeld?

Wir sehen aktuell ein wachsendes Interesse an Einzelmandaten und Club Deals. Dies ist kein Rückschritt, sondern die logische Konsequenz eines Marktes, in dem Investoren verstärkt nach individuellen Lösungen, mehr Kontrolle und unmittelbarer Asset-Nähe suchen. Darauf stellen wir uns gezielt ein. Club Deals ergänzen unsere Fondsplattform bereits dort, wo es um ausgewählte Einzelobjekte, flexiblere Strukturen und spezifische Marktfenster geht. 

Entscheidend bleibt bei jeder Struktur – ob Fonds, Individualmandat oder Club Deal – die Verlässlichkeit der Nachfrage und die Belastbarkeit der Cashflow-Perspektive. 

Segmente mit stabiler Nachfrage

Trotz des herausfordernden Umfelds gibt es klare Lichtblicke. Insbesondere Wohnen und Logistik in Europa gehören für uns zu den aktuell attraktivsten Nutzungsarten. Denn sie werden in vielen Märkten von struktureller Nachfrage sowie begrenztem Angebot getragen und sind weniger von kurzfristigen Konjunkturimpulsen abhängig.

Der Logistiksektor ist von veränderten Lieferketten, Regionalisierung und dem zunehmenden Bedarf an modernen Flächen in strategischen Lagen geprägt. Ergänzend wirkt in Teilen Europas der sicherheitspolitische Wandel: Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung verändern Warenströme und erhöhen den Bedarf an resilienten Strukturen.

Die Nutzungsart Wohnen profitiert von soliden Fundamentaldaten und einem hohen Nachfrageüberhang auf den Mietmärkten. Insbesondere in den Metropolen sorgt die Knappheit an Wohnraum für nachhaltige Ertragsstabilität und langfristiges Wertsteigerungspotenzial. Neben dem klassischen Wohnen gewinnen alternative Wohnformen an Bedeutung. Betreiberkonzepte wie Micro- und Senior-Living haben sich längst aus der Nische herausentwickelt. Sie partizipieren von gesellschaftlichen Trends wie mobilen Lebensstilen, einer alternden Bevölkerung und dem wachsenden Zustrom internationaler Studierender.  

Besonderes Potenzial bietet Irland. Vor allem Dublin gilt mit seiner stabilen Wirtschaft, jungen Bevölkerung und einem strukturell unterversorgten Wohnungsmarkt als vielversprechender Standort – auch im Micro-Living-Segment. Langfristige Mietvereinbarungen mit öffentlichen Stellen sind häufig ein zusätzlicher Stabilitätsfaktor: Laufzeiten von über 25 Jahren schaffen eine Planbarkeit, die in unsicheren Zeiten an Bedeutung gewinnt.

Im Bürosegment zeigt sich der Wandel des Marktes besonders deutlich. Die Nachfrage ist keineswegs verschwunden, sie ist jedoch selektiver geworden. Qualität, Flexibilität und Betriebskosten stehen stärker denn je im Fokus. Insbesondere Immobilien, die modernen Anforderungen an Standort und Effizienz nicht mehr entsprechen, stehen vor Herausforderungen. Dies markiert jedoch keinen Abgesang auf das Büro. Vielmehr gilt: Wer mit einer klaren, nutzerzentrierten Strategie agiert, findet auch künftig attraktive Opportunitäten.

Fazit

2026 markiert ein Jahr des Übergangs: Die Marktaktivität nimmt spürbar zu, wenngleich ohne Euphorie. In diesem Umfeld sind Umsetzungsstärke und aktives Management die entscheidenden Differenzierungsmerkmale. Das größte Risiko liegt im Stillstand. Statt abzuwarten, gilt es, Opportunitäten entschlossen zu ergreifen und Portfolios zukunftsfähig auszurichten.

Die Real I.S. nutzt die Marktpotenziale für ihre Anleger bereits gezielt – unter anderem über den Real I.S. LogistiX Fund sowie den Real I.S. Ireland Residential Fund. Über den offenen Immobilienfonds REALISINVEST EUROPA können zudem auch private Anleger an der Entwicklung dieser Segmente partizipieren.