Zum Hauptinhalt springen

„Immobilien bleiben eine attraktive Option bei genauer Marktkenntnis und Fokussierung auf zukunftsfähige Objekte. Gleichzeitig bleibt das Asset-Management 2024 essenziell für eine stabile Performance der Immobilien.“

Dr. Christine Bernhofer

Mitglied des Vorstandes der Real I.S. AG

Warum wir trotz schwieriger Marktphase optimistisch ins Jahr 2024 blicken können

Ich bin nun seit einigen Monaten im Vorstand der Real I.S. Gruppe. Es macht mich nicht nur stolz, Teil eines führenden paneuropäischen Asset-Management-Unternehmens zu sein, das kürzlich erneut von Scope ausgezeichnet wurde. Vielmehr ist es vor allem die Art und Weise, wie Real I.S. mit Veränderungen umgeht und Herausforderungen annimmt, die den Unterschied ausmacht. Real I.S. ist ein Unternehmen, das sich auch in der aktuell angespannten Marktphase als resilient erweist. Das nicht stehenbleibt, sondern Chancen sieht und nutzt, um sich selbst, seine verwalteten Immobilien und seine Produkte mit starkem Fokus auf den Anlegernutzen weiterzuentwickeln – auch in schwierigen Zeiten.

2023 war zweifellos geprägt durch diverse Herausforderungen: Die schwache Weltwirtschaft, geopolitische Unsicherheiten und steigende Zinsen haben zu einer abgekühlten Investitionsdynamik in der Immobilienbranche geführt. Gleichwohl suchen institutionelle Investoren auch aktuell nach Anlagemöglichkeiten. Und Immobilien eignen sich nach wie vor hervorragend zur Diversifizierung von Portfolios. Im Gegensatz zu anderen Assetklassen sind sie deutlich weniger volatil und haben gezeigt, dass eine Inflationssicherung durch Indexierung von Mietverträgen zum Tragen kommt. Aktuell passen jedoch die Renditevorstellungen bei Käufern und Verkäufern nur in geringem Ausmaß zusammen. Entsprechend halten sich noch viele Marktteilnehmer auch zu Beginn des Jahres 2024 mit Immobilieninvestments zurück. Aber: Erste Anleger nutzen die aktuellen Preisrückgänge und investieren in zukunftsfähige Objekte.

Auch wir halten weiter Ausschau nach Opportunitäten und sind gut gerüstet, um entsprechend unserer Anlagestrategie zu investieren, wenn sich attraktive Gelegenheiten bieten. Dazu beobachten wir den Markt genau und werden auch weiterhin Potenziale im Sinne unserer Anleger nutzen.

Die kommenden zwei Jahre werden sicherlich herausfordernd bleiben. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich der Markt in der zweiten Jahreshälfte 2024 erholen wird. Die daraus resultierenden Transaktionen dürften dann ab 2025 sichtbar werden und der Marktumsatz entsprechend wieder ansteigen. Bereits jetzt mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende am Markt. Dazu gehört beispielsweise, dass die EZB aufgrund sinkender Inflationsraten
und -erwartungen vorerst keine weiteren Leitzinserhöhungen plant. Auch der Deutsche Hypo Index als Stimmungsindikator für die Immobilienwirtschaft blieb im Dezember 2023 im Vergleich zum Vormonat nahezu stabil, während das Investmentklima erneut deutlich um 1,3 Prozent auf einen Indexwert von 54,0 zulegen konnte.

Top-Bürovermietungsmärkte und professionelles Asset-Management sorgen für Stabilität

Chancen sehen wir zum Beispiel weiterhin im Bereich hochwertiger Büroimmobilien mit ESG-Fokus in sehr guten Lagen von Metropolen – nicht nur in Deutschland, sondern europaweit in Ländern mit solider wirtschaftlicher Entwicklung wie Irland, Spanien, Portugal und Luxemburg. Die Vermietung von eben solchen Büroflächen trägt durch die stabile Nachfrage dazu bei, langfristige Einnahmen zu sichern und das Portfolio widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen zu machen. Darüber hinaus stützt das reduzierte Angebot an Neubauflächen den Bürovermietungsmarkt insgesamt. So werden beispielsweise in den deutschen Großstädten rund 440 Tsd. Quadratmeter Bürofläche vorerst nicht fertiggestellt – dies stellt eine erhebliche Angebotsverknappung dar. Das bedeutet aber nicht, dass Büroimmobilien Selbstläufer sind. Aktives Asset-Management wird auch künftig von entscheidender Bedeutung sein, um eine stabile Performance der Immobilien zu gewährleisten und schnell auf veränderte Anforderungen reagieren zu können, die Flächen kontinuierlich zu optimieren und bei der Gestaltung neuer Arbeitswelten an die Bedürfnisse der Mieter anzupassen. Ein zentraler Punkt dabei ist es, diesen neuen Arbeitsformen Raum zu geben, das neue Verständnis von Büro in die Praxis umzusetzen. Dabei gibt es nicht die eine Lösung oder das eine Bürokonzept, sondern die Gestaltung der Flächen sollte sich an den jeweiligen Arbeitsprozessen und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientieren. Nur so lassen sich moderne Arbeitskonzepte umsetzen, um in einem sich schnell verändernden Marktumfeld bestehen zu können.

ESG und eine neue Definition von Core sind zentrale Themen

Auch bei der Gestaltung neuer Arbeitsplätze gewinnen ESG-Aspekte zunehmend an Bedeutung. Denn für Mitarbeitende wird es immer wichtiger, dass ihr Arbeitgeber verantwortungsvoll und nachhaltig wirtschaftet. Diese Ansprüche finden zunehmend Eingang in die Klassifizierung der Immobilien.

Grundsätzlich findet zudem am Markt gerade eine Neudefinition statt, was genau Core ist. Die Grenzen haben sich hier verschoben. Was heute bereits für alle Nutzungsarten eine große Rolle spielt und in Zukunft noch viel entscheidender sein wird, sind die ESG-Aspekte der Gebäude. Die sehr konkreten Vorgaben zur Klimaverträglichkeit können schon jetzt ausschlaggebend für den Marktwert eines Gebäudes sein. Insofern gehören sowohl die Kompatibilität des Gebäudes mit dem Pariser Klimapfad als auch die Konformität mit der EU-Taxonomie aus unserer Sicht bereits zu einer erweiterten Definition einer Core-Immobilie.

Nachhaltigkeit bzw. ESG-Kriterien sind auch für die Real I.S. Bestandteil unseres Unternehmensleitbilds und in allen Unternehmensbereichen verankert. Der Umbau der Firmenzentrale ist ein Beispiel dafür, andere Beispiele finden sich im Immobilien- und Fondsportfolio: Der REALISINVEST EUROPA ist einer der ersten offenen Immobilienpublikumsfonds mit einer Taxonomiequote. Bereits heute sind mehr als 50 Prozent der Immobilien (nach Verkehrswerten) des Fonds taxonomiekonform. Darüber hinaus sind 75 Prozent des Gesamtportfolios unserer Spezialfonds auf die Artikel-8-Klassifizierung gemäß EU-Offenlegungsverordnung umgestellt. Moderne, datengetriebene Anwendungen wie das KI-gestützte Gebäudemanagement-System Recogizer setzen wir konsequent ein, um unser Immobilienportfolio ESG-fit zu machen.

Fazit

Sich ständig verändernde Märkte erfordern solide, an Veränderungen angepasste Lösungen, um Portfolios stabil und zukunftsfähig aufzustellen. Dazu gehören für uns kontinuierliche Einnahmen aus der Vermietung von Immobilien, langfristige, indexierte Mietverträge und die Berücksichtigung von ESG-Faktoren. Das Asset-Management ist dabei essenziell – gestern – heute – und in Zukunft.

Die Real I.S. bleibt ihrem Engagement für hochwertige Büroimmobilien und herausragendes Asset-Management treu. In einem sich wandelnden Umfeld bleiben wir stabil und behalten unsere strategische Ausrichtung bei. Wir beobachten das Marktumfeld sehr genau und identifizieren im Sinne unserer Anleger interessante Investmentopportunitäten. Denn Resilienz bedeutet für uns nicht nur die Fähigkeit, schwierige Marktphasen zu überstehen, sondern auch den Weitblick und die Stärke zu haben, Chancen aktiv zu nutzen.